Wenn Karies einen Zahn angegriffen hat oder eine Ecke abgebrochen ist, lässt sich der Zahn in vielen Fällen mit einer Füllung erhalten. Ziel ist es, möglichst viel gesunde Zahnsubstanz zu bewahren und den Zahn wieder dicht zu verschließen. Hier erfahren Sie, wann eine Füllung in Frage kommt, welche Materialien es gibt und was Sie vor und nach der Behandlung wissen sollten.

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Wann eine Füllung sinnvoll ist
Karies entsteht, wenn Bakterien im Zahnbelag Zucker zu Säuren verarbeiten, die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen. Ist ein Defekt bis in das darunterliegende Zahnbein vorgedrungen, kann sich der Zahn nicht mehr selbst reparieren. Dann wird das erkrankte Gewebe entfernt und die Lücke mit einer Füllung verschlossen.
Eine Füllung kann zum Beispiel in diesen Situationen in Frage kommen:
- bei Karies an Kauflächen, in Zahnzwischenräumen oder am Zahnhals
- wenn eine ältere Füllung undicht geworden ist oder sich darunter neue Karies gebildet hat
- wenn ein kleines Stück vom Zahn abgebrochen ist
- bei freiliegenden, empfindlichen Zahnhälsen, die sich anders nicht ausreichend schützen lassen
Nicht jede Verfärbung bedeutet ein Loch. Sehr frühe Veränderungen im Zahnschmelz lassen sich oft zunächst mit Fluorid und guter Pflege beobachten. Ob eine Füllung nötig ist, klären wir bei der Untersuchung gemeinsam mit Ihnen.
Füllungsmaterialien im Überblick
Welches Material geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe des Defekts, der Lage des Zahns und der Belastung beim Kauen ab. Man unterscheidet Füllungen, die direkt im Mund eingebracht werden, und Einlagefüllungen, die außerhalb des Mundes gefertigt werden.
- Komposit: ein zahnfarbener Kunststoff mit feinen Glas- oder Keramikanteilen. Er wird in den Zahn eingeklebt, mit Licht gehärtet und lässt sich in der Farbe an den Zahn anpassen.
- Glasionomerzement und verwandte Materialien: zahnfarben und einfach zu verarbeiten, aber weniger belastbar. Sie werden zum Beispiel am Zahnhals, bei Milchzähnen oder als Übergangslösung eingesetzt.
- Inlays aus Keramik oder Gold: passgenaue Einlagefüllungen, die nach einem Abdruck oder Scan gefertigt und dann eingesetzt werden. Sie kommen eher bei größeren Defekten in Frage.
Amalgam wird seit Anfang 2025 aufgrund einer EU-Regelung nur noch in medizinisch begründeten Ausnahmefällen verwendet. Welche Materialien wir in unserer Praxis einsetzen:.
So läuft die Behandlung ab
Eine Füllung wird in der Regel in einem Termin gelegt, Inlays benötigen meist zwei Termine. Der Ablauf einer direkten Füllung sieht grundsätzlich so aus:
- Untersuchung und Beratung: Wir sehen uns den Zahn genau an, bei Bedarf ergänzt durch eine Röntgenaufnahme, und besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten.
- Örtliche Betäubung: Damit Sie während der Behandlung möglichst wenig spüren, wird der Zahn in der Regel betäubt.
- Entfernen der Karies: Das erkrankte Gewebe wird schonend entfernt, gesunde Substanz bleibt so weit wie möglich erhalten.
- Trockenlegung: Für Klebefüllungen muss der Zahn trocken sein, zum Beispiel mit Watterollen oder einem Spanngummi, dem sogenannten Kofferdam.
- Füllen und Aushärten: Das Material wird je nach Art in einer oder mehreren Schichten eingebracht und mit Licht gehärtet.
- Ausarbeiten: Zum Schluss wird die Füllung an Ihren Biss angepasst und poliert.
Wenn die Karies tief reicht
Je länger Karies unbemerkt bleibt, desto näher kann sie dem Zahnnerv kommen. Bei sehr tiefen Defekten wird manchmal zunächst ein Schutzmaterial über dem Nerv aufgebracht. Ist der Nerv bereits entzündet, kann eine Wurzelkanalbehandlung nötig werden, um den Zahn zu erhalten. Die Endodontie gehört zu den Schwerpunkten unserer Praxis.
Ist ein großer Teil des Zahns verloren gegangen, reicht eine Füllung manchmal nicht aus, um ihn ausreichend zu stabilisieren. Dann können ein Inlay, eine Teilkrone oder eine Krone in Frage kommen. Welche Lösung zu Ihrem Zahn passt, besprechen wir mit Ihnen in Ruhe – mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Möglichkeiten.
Nach der Behandlung und für gesunde Zähne
Solange die Betäubung wirkt, sollten Sie nichts essen und keine heißen Getränke zu sich nehmen, damit Sie sich nicht versehentlich auf Wange, Lippe oder Zunge beißen. Kompositfüllungen sind nach dem Aushärten in der Regel gleich belastbar. Bei anderen Materialien geben wir Ihnen gesonderte Hinweise mit.
In den ersten Tagen kann der Zahn etwas empfindlich auf Kälte oder Druck reagieren. Das klingt meist von selbst ab. Melden Sie sich bitte, wenn Beschwerden länger anhalten, stärker werden oder sich der Biss ungewohnt hoch anfühlt.
Damit eine Füllung möglichst lange hält und keine neue Karies entsteht, helfen:
- zweimal täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta
- die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Zwischenraumbürsten
- ein bewusster Umgang mit zuckerhaltigen Snacks und Getränken
- regelmäßige Kontrollen und, je nach Ihrem Risiko, die professionelle Zahnreinigung durch unser Prophylaxeteam
Wenn Ihnen der Zahnarztbesuch schwerfällt
Viele Menschen empfinden Unbehagen, wenn sie an das Bohren denken – das ist ganz normal. Wir nehmen uns Zeit, erklären jeden Schritt und gehen auf Ihre Bedenken ein. Auf Wunsch ist eine Behandlung unter Sedierung oder mit Lachgas möglich.
Wir betreuen Patientinnen und Patienten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und dem gesamten Ahrtal. Bei akuten Zahnschmerzen gibt es werktags eine Schmerzsprechstunde, für die Sie sich telefonisch unter 02641 24 23 1 melden. Einen regulären Termin können Sie telefonisch oder online vereinbaren.
Tut das Legen einer Füllung weh?
In der Regel wird der Zahn vorher örtlich betäubt, sodass Sie während der Behandlung meist nur Druck oder Vibrationen spüren. Nach Abklingen der Betäubung kann der Zahn einige Tage empfindlich sein. Wenn Sie sehr angespannt sind, sprechen Sie uns an – auf Wunsch sind Sedierung oder Lachgas möglich.
Wie lange hält eine Füllung?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Haltbarkeit hängt unter anderem vom Material, der Größe der Füllung, der Kaubelastung und Ihrer Mundhygiene ab. Regelmäßige Kontrollen helfen, Undichtigkeiten oder neue Karies am Füllungsrand früh zu erkennen.
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine Füllungsversorgung, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist. Wünschen Sie eine aufwendigere Versorgung, etwa eine Kompositfüllung in Mehrschichttechnik oder ein Inlay, kann ein Eigenanteil entstehen. Darüber sprechen wir mit Ihnen vor der Behandlung.

Muss jede Karies gebohrt werden?
Nein. Sehr frühe Veränderungen, die nur den Zahnschmelz betreffen, können sich mit Fluorid und gründlicher Pflege oft stabilisieren und werden dann regelmäßig kontrolliert. Hat die Karies das Zahnbein erreicht, ist in der Regel eine Füllung nötig.
Wann darf ich nach der Füllung wieder essen?
Warten Sie bitte, bis die Betäubung vollständig abgeklungen ist, damit Sie sich nicht verletzen. Eine mit Licht gehärtete Kompositfüllung ist danach in der Regel belastbar. Bei anderen Materialien erhalten Sie von uns gesonderte Hinweise.
