Therapie von Schmerzen im Kiefergelenk
Ziel der Therapie ist es, die Kiefergelenkköpfe in eine für den jeweiligen Patienten physiologische/ therapeutische Position zu bringen. Oft geschieht dies durch individuell hergestellte Aufbissschienen (KEINE herkömmliche Aufbissschiene), in die der jeweilige Gegenkiefer im Schlüssel/Schlossprinzip einbeißt, um die Position der Gelenke zu sichern. Meistens werden diese durchsichtigen Schienen des Nachts getragen, können aber je nach Therapiebedürftigkeit auch tagsüber im Mund verbleiben.
Die oder der Auslöser einer CMD kann multifaktoriell sein. Wo dem beruflichen oder alltäglichen Stress mit Zähneknirschen begegnet wird, kann die Bissstörung oder CMD eine Folge davon sein…oder umgekehrt! Liegt eine CMD vor, kann es zu einem falschen, zu starken Biss kommen. Weitere Auslöser sind schlecht sitzender Zahnersatz oder alte, abgenutzte/ zu hohe Zahnfüllungen.
Wir sind außerdem zertifizierte Praxis für Bruxane-Schienen (https://bruxane.com/), die über elektronisches Feedback eine Öffnungsreaktion des Kiefers während des Schlafens auslösen. Bio-Feedbackschienen sind oft eine letzte Therapieoption, wenn eine normale Schiene gegen Bruxismus i.V.m. einer Physiotherapie keine Linderung bringt.
Behandlung mit Botulinumtoxin
Bleibt die Kaumuskulatur trotz Schiene und Physiotherapie überlastet, kann eine Injektion von Botulinumtoxin in den Kaumuskel ergänzend in Frage kommen. Für Zähneknirschen ist das Mittel nicht zugelassen (Off-Label-Use); nach der S3-Leitlinie zum Bruxismus kann die Behandlung bei Erwachsenen erwogen werden. Wann sie sinnvoll ist, wie sie wirkt und welche Risiken sie hat, erklären wir auf der Seite Botulinumtoxin bei Zähneknirschen.
Schnarcherschienen- obstruktive Schlafapnoe
Nächtliches Schnarchen muss nicht harmlos sein. Oft leiden die Patienten unter:
– Tagesschläfrigkeit
– Atempausen während des Schlafens (Apnoen)
– Kopfschmerzen morgens
– nächtlichem Blutdruckanstieg
– herabgesetzte Sauerstoffsättigung im Blut
– etc.
Eine Unterkieferprotrusionsschiene zur Entlastung der oberen Atemwege ist nach der CPAP-Maske (Sauerstoffüberdruck) eine Standadbehandlung zur Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe. Seit Kurzem ist eine derartige Schiene auch in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden.
Für eine Beratung sprechen Sie uns bitte an. Mehr zu zahnärztlicher Schlafmedizin finden Sie hier:
https://www.ahrtal-zahnaerzte.de/zahnaerztliche-schlafmedizin/