Leistung · Zahnärzte im Thermalbadehaus

Botulinumtoxin bei Zähneknirschen und Pressen

Ergänzende Behandlung der Kaumuskulatur in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Wenn Zähneknirschen und Pressen trotz Aufbissschiene weiter Beschwerden machen, kann eine Injektion von Botulinumtoxin in die Kaumuskulatur deren Kraft vorübergehend verringern. Vorher prüfen wir sorgfältig, ob Ihre Beschwerden tatsächlich vom Muskel ausgehen. Über Nutzen, Grenzen, Risiken und Kosten klären wir Sie ausführlich auf.

Frau sitzt am Morgen auf dem Bett und hält sich den schmerzenden Kiefer – Beschwerden durch Zähneknirschen und Pressen.

Wenn die Schiene allein nicht reicht

Viele Betroffene wachen mit verspanntem Kiefer auf, spüren Druck vor dem Ohr oder bekommen im Laufe des Tages Kopf- und Nackenschmerzen. Eine Aufbissschiene schützt die Zähne zuverlässig. Der überaktiven Kaumuskulatur nimmt sie aber nicht in jedem Fall die Kraft.

Hier kann Botulinumtoxin eine Ergänzung sein. Es ersetzt weder die Schiene noch die Funktionsdiagnostik. Wir setzen es ein, wenn der Muskel selbst zum Hauptproblem geworden ist.

So wirkt die Behandlung

Botulinumtoxin wird mit einer sehr feinen Nadel gezielt in den großen Kaumuskel an der Wange gespritzt. Es dämpft die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel. Man kann es sich wie einen Dimmer vorstellen: Der Muskel arbeitet weiter, aber nicht mehr mit voller Kraft.

Ziel ist, die Kraft des Muskels zu verringern, nicht ihn zu lähmen. Das Knirschen selbst wird dadurch nicht geheilt. Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält meist drei bis sechs Monate an. Danach entscheiden wir gemeinsam, ob eine Wiederholung sinnvoll ist.

Für wen die Behandlung in Frage kommt

  • Sie haben trotz Schiene und anderer Maßnahmen anhaltende Schmerzen in der Kaumuskulatur.
  • Ihre Kaumuskeln sind stark ausgeprägt und oft verhärtet.
  • Starkes Pressen belastet Ihren Alltag spürbar.
  • Bei Ihren Kiefergelenkbeschwerden spielt die Überlastung der Muskeln eine wesentliche Rolle.

Entscheidend ist nicht, wie stark jemand knirscht. Entscheidend ist, ob die Muskulatur trotz sinnvoller Behandlung überlastet bleibt.

Wann wir davon abraten

Hilft Ihnen die Schiene gut und haben Sie keine deutlichen Muskelschmerzen, brauchen Sie in der Regel keine Injektion.

Nicht behandeln wir in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen, bei bestimmten Erkrankungen von Nerven und Muskeln wie Myasthenia gravis sowie bei Entzündungen im Behandlungsbereich.

Welche Medikamente Sie einnehmen und welche Erkrankungen Sie haben, besprechen wir vor jeder Behandlung. Für eine schmalere Gesichtsform oder gegen Falten bieten wir die Behandlung nicht an.

Kosten und Aufklärung

Für Zähneknirschen ist Botulinumtoxin in Deutschland nicht zugelassen. Die Behandlung ist deshalb ein sogenannter Off-Label-Use. Nach der aktuellen S3-Leitlinie zum Bruxismus kann sie bei Erwachsenen als Behandlungsmaßnahme erwogen werden. Wir klären Sie ausführlich über Nutzen, Risiken und Alternativen auf.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, und ob sich eine private Versicherung beteiligt, ist nicht gesichert. Vor Beginn erhalten Sie von uns eine schriftliche Kostenübersicht.

Mehr zum Thema

Ausführlicher erklären wir die Behandlung in unserem Beitrag zur Behandlung bei Bruxismus. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen beschreibt unser Beitrag zu Risiken in der Zahnmedizin.

Wie wir Kiefergelenke und Kaumuskeln untersuchen, lesen Sie auf der Seite Kiefergelenk (CMD). Wer nachts zusätzlich schnarcht oder Atemaussetzer bemerkt, findet Hilfe in unserer zahnärztlichen Schlafmedizin.

Häufige Fragen zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Die Antworten in Kürze – alles Weitere klären wir gern im Gespräch.

Gespritzt wird mit einer sehr feinen Nadel, die Behandlung dauert nur wenige Minuten. Viele Patientinnen und Patienten empfinden sie als gut auszuhalten.

Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält meist drei bis sechs Monate an. Ob eine Wiederholung sinnvoll ist, entscheiden wir danach gemeinsam mit Ihnen.

Nein. Sie kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn eine überaktive Kaumuskulatur im Vordergrund steht und eine Schiene allein nicht ausreicht. Das Knirschen selbst wird dadurch nicht geheilt, und die Suche nach den Ursachen ersetzt sie nicht.

Möglich sind unter anderem vorübergehend weniger Kraft beim Kauen, Mundtrockenheit, Probleme beim Sprechen oder Schlucken, ein ungleichmäßiges Lächeln, Kopf- oder Kieferschmerzen und Müdigkeit. Diskutiert wird außerdem eine geringere Knochendichte im Kiefer, die Datenlage dazu ist unsicher. Alle Risiken besprechen wir vor der Behandlung mit Ihnen.

In der Regel ja. Die Schiene schützt Ihre Zähne und vorhandenen Zahnersatz, die Injektion zielt auf die Kraft des Muskels. Beides ergänzt sich.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Ob sich eine private Krankenversicherung beteiligt, ist nicht gesichert. Sie erhalten vor Beginn eine schriftliche Kostenübersicht.

So geht es weiter

Drei Schritte zu Ihrer Behandlung.

  1. Untersuchung

    Wir erfassen Ihre Beschwerden und untersuchen Kaumuskeln, Kiefergelenke und Zahnkontakte.

  2. Aufklärung und Plan

    Wir besprechen Nutzen, Grenzen, mögliche Nebenwirkungen und Kosten. Sie erhalten eine schriftliche Kostenübersicht.

  3. Behandlung und Kontrolle

    Die Injektion dauert nur wenige Minuten. Bei einem Kontrolltermin prüfen wir, wie gut sie wirkt.