Weisheitszähne brechen meist zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr durch, manchmal auch nur teilweise oder gar nicht. Nicht jeder Weisheitszahn muss entfernt werden. Wenn er jedoch Beschwerden verursacht oder benachbarte Zähne gefährdet, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Auf dieser Seite erfahren Sie, wann das der Fall sein kann, wie die Behandlung grundsätzlich abläuft und worauf Sie danach achten sollten.

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Was Oralchirurgie umfasst
Die Oralchirurgie ist der Teil der Zahnmedizin, der sich mit operativen Eingriffen im Mund befasst. Dazu gehören zum Beispiel:
- das Entfernen von Weisheitszähnen, auch wenn sie noch im Kiefer liegen oder schräg stehen
- das Entfernen von Zähnen, die sich nicht mehr erhalten lassen
- die Wurzelspitzenresektion, bei der die Spitze einer entzündeten Zahnwurzel entfernt wird
- die Entfernung von Zysten im Kieferknochen
- vorbereitende Eingriffe vor dem Einsetzen von Implantaten
In unserer Praxis in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Wann Weisheitszähne entfernt werden sollten
Ob ein Weisheitszahn bleiben kann, hängt von seiner Lage, dem verfügbaren Platz im Kiefer und Ihrer Mundgesundheit ab. Eine Entfernung kann unter anderem in Frage kommen, wenn:
- der Zahn nur teilweise durchgebrochen ist und sich das Zahnfleisch darüber immer wieder entzündet
- der Zahn so schräg liegt, dass er gegen den Nachbarzahn drückt oder dort Karies begünstigt
- sich um die Zahnkrone eine Zyste gebildet hat
- der Zahn selbst kariös ist und sich schlecht reinigen oder behandeln lässt
- eine kieferorthopädische Behandlung oder geplanter Zahnersatz es erfordern
Ein gesunder, vollständig durchgebrochener und gut zu putzender Weisheitszahn kann dagegen oft erhalten bleiben. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen nach einer gründlichen Untersuchung.
Untersuchung, Planung und Aufklärung
Vor jedem Eingriff steht ein ausführliches Gespräch. Wir untersuchen Ihre Zähne und schauen uns die Lage der Weisheitszähne auf einem Röntgenbild an. Dabei wird auch geprüft, wie nah die Wurzeln an Nerven im Unterkiefer oder an der Kieferhöhle im Oberkiefer liegen.
Bitte teilen Sie uns mit, welche Medikamente Sie einnehmen – vor allem blutverdünnende Mittel – und ob Sie Allergien oder Vorerkrankungen haben. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie das Vorgehen mit uns und Ihrer Hausarztpraxis ab. Im Aufklärungsgespräch erklären wir Ihnen den geplanten Ablauf, mögliche Risiken und Alternativen, damit Sie in Ruhe entscheiden können.
So läuft der Eingriff ab
Die Entfernung von Weisheitszähnen erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung. Sie sind dabei wach, spüren aber im behandelten Bereich nur Druck und Bewegung. Ist der Zahn bereits durchgebrochen, lässt er sich oft ähnlich wie andere Zähne lösen. Liegt er noch im Knochen, wird das Zahnfleisch vorsichtig geöffnet und der Zahn bei Bedarf in Teilen entfernt. Anschließend wird die Wunde gereinigt und meist mit einigen Nähten verschlossen.
Viele Menschen sind vor einem solchen Eingriff angespannt – das ist verständlich. Wir erklären Ihnen jeden Schritt und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen. Auf Wunsch bietet unsere Praxis auch eine Behandlung unter Sedierung oder mit Lachgas an. Wie lange der Eingriff dauert, hängt von der Lage der Zähne ab; ob alle Weisheitszähne in einer Sitzung oder in mehreren Terminen entfernt werden, besprechen wir vorher mit Ihnen.
Nach dem Eingriff: was Sie selbst tun können
Schwellungen, ein Spannungsgefühl und Wundschmerzen in den ersten Tagen sind nach einem chirurgischen Eingriff im Mund üblich und klingen in der Regel allmählich ab. Diese Hinweise unterstützen die Wundheilung:
- Kühlen Sie die Wange von außen mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack, mit kurzen Pausen.
- Essen Sie erst wieder, wenn die Betäubung nachgelassen hat, und wählen Sie in den ersten Tagen weiche, nicht zu heiße Speisen.
- Verzichten Sie einige Tage auf Rauchen, Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee sowie auf körperliche Anstrengung und Sport.
- Spülen Sie am ersten Tag nicht kräftig, damit sich das Blutgerinnsel in der Wunde halten kann.
- Putzen Sie die übrigen Zähne wie gewohnt und sparen Sie die Wunde vorsichtig aus.
- Nach einer Sedierung dürfen Sie am selben Tag nicht selbst Auto fahren und sollten sich abholen lassen.
Schmerzmittel sollten Sie nur nach unserer Empfehlung einnehmen. Die Fäden werden meist nach etwa einer Woche bei einem Kontrolltermin entfernt.
Wann Sie sich bei uns melden sollten
Bitte rufen Sie uns an, wenn die Wunde trotz Aufbeißen auf einen sauberen Tupfer stark nachblutet, wenn die Schmerzen nach zwei bis drei Tagen wieder deutlich zunehmen, wenn Fieber auftritt oder die Schwellung nicht zurückgeht. Werktags erreichen Sie uns unter 02641 24 23 1, wir bieten täglich eine Schmerzsprechstunde an. Außerhalb unserer Sprechzeiten wenden Sie sich an den Zahnärztlichen Notdienst RLP unter 0180 50 40 30 8. Bei Atemnot, sehr starker Blutung oder Lebensgefahr wählen Sie sofort die 112.
Müssen Weisheitszähne immer entfernt werden?
Nein. Gesunde Weisheitszähne, die gerade stehen, vollständig durchgebrochen sind und sich gut reinigen lassen, können oft im Mund bleiben. Eine Entfernung wird vor allem dann empfohlen, wenn sie Entzündungen, Karies oder Platzprobleme verursachen. Das klären wir bei einer Untersuchung mit Röntgenbild.
Spüre ich während der Entfernung etwas?
Durch die örtliche Betäubung ist der behandelte Bereich unempfindlich, Sie nehmen aber Druck und Bewegungen wahr. Wenn Sie sehr angespannt sind, sprechen Sie uns an. Wir besprechen mit Ihnen, ob zusätzlich eine Sedierung oder Lachgas für Sie in Frage kommen.
Wie lange dauert die Heilung?
Schwellung und Wundschmerzen sind meist in den ersten zwei bis drei Tagen am deutlichsten und gehen dann allmählich zurück. Die Fäden werden in der Regel nach etwa einer Woche entfernt. Bis die Wunde vollständig verheilt ist, kann es einige Wochen dauern.

Kann ich nach dem Eingriff arbeiten gehen?
Das hängt vom Umfang des Eingriffs und von Ihrer Tätigkeit ab. Viele Patientinnen und Patienten schonen sich einige Tage, besonders bei körperlicher Arbeit. Bei Bedarf stellen wir Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus.
Übernimmt die Krankenkasse die Weisheitszahnentfernung?
Ist die Entfernung medizinisch notwendig, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für den Eingriff unter örtlicher Betäubung. Für zusätzliche Leistungen wie Sedierung oder Lachgas können eigene Kosten entstehen. Wir informieren Sie vorab persönlich über Ihre individuelle Situation.
